Nicht die kleinste Freude noch auf Erden

Ist mir mein Stübchen spät bei Nacht;

Des Tages Mühsal und Beschwerden

Bei Lesen mich vergessen macht!

 

"Wohl besser, in geselligen Kreisen

Froh auszutauschen, was erhebt;

Du wähnst wohl gar dich einen Weisen,

Der selber schon genug gelebt.

 

Wer doch bei solch Schartekenhocken

Einseitig, tot nicht werden müßt′?!

Kann dich kein Freundeszirkel locken,

Wo ein lebendig Du dich grüßt?"

 

Verzeih, wenn ich so minder Nutzen,

Belehrung minder finden kann! -

Und wenn dort andere sich lernen duzen,

Red′ ich mich auch mit Sie nicht an!


Das Gedicht "Mein Stübchen" stammt von   (1808 - 1885).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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