Wenn dir's vergönnt je, dann richt es so ein,
Daß dir ein Spaziergang das Leben soll sein!
Stets schaue und sammle, knapp nippe vom Wein,
Mach unterwegs auch Bekanntschaften fein,
Des Abends kehr selig bei dir wieder ein
Und schlaf in den Himmel, den offnen, hinein!
Hin eilen die Sterne weit
In endlosem Schwung!
Schon morgen um die Zeit
Bist nimmer so jung!
Umarme hienieden
Die Gegenwart froh:
Was heut dir beschieden,
Nicht morgen ist's so!
Das Gedicht "Lebensregel" stammt von Carl Spitzweg (1808 - 1885).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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