Seit Jahrtausenden

Weilen wir hier

An diesem Teiche.

Immer das gleiche

Schauen wir.

Verlockende Worte

Von Lust und Freuden

Führten die Menschen

Zu allen Zeiten

Zu diesem Orte.

Die römischen Frauen

Wo sind sie geblieben?

Wir sehn sie nicht mehr.

Hier kamen sie her,

Um in den lauen

Fluten zu lieben.

 

Auch unsre Genossen

Dem Himmel entsprossen,

Die Oreaden

In Busch und Bäumen

Sie pflegten zu baden

Hier und zu träumen.

Die zottigen Faune,

Mit denen wir liebten,

Im Jagen uns übten

In wilder Laune.

Sie alle schwebten,

Die einst hier lebten,

Zum Himmel wieder,

Aus diesen Triften

Empor zu den Lüften,

Zu ihrem Gebieter.


Das Gedicht "Chor der Nymphen" stammt von   (1864 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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