Zum Kellner sprach die Kellnerin:

Mir wird so sonderbar zu Sinn,

Ich finde mich ganz verändert.

Wie bin ich Ärmste doch bisher

Empfindungsbar, gedankenleer

Durchs Gastlokal geschlendert!

 

Nun möcht′ ich jauchzen und möchte schrein,

Möcht′ leise wimmern und selig sein

Und sehne mich fort ins Weite;

Ich sehne mich tief in die Einsamkeit,

Und trotzdem wird mir so weich, so weit

So wohlig an deiner Seite.

 

O Kellnerknabe, sag an, sag an,

Was hast du Böser mir angetan?

Mein Friede liegt in Scherben.

Mir ahnt ein Glück, ich ermess′ es nicht,

Ich fluche sein, ich vergess′ es nicht,

Ich möchte am liebsten sterben.


Das Gedicht "Idyll" stammt von   (1864 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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