Schwebe, sinke in die besternte
Tiefe der Nacht.
Neige dich gläubig
dem Geheimnis des Schlafes.
So leise naht er,
der ewig Junge, ewig Verhüllte.
Berührt die Lider der Wachenden
zärtlich mit Mohn.
Breitet Schleier der Vergessenheit
über Wünschen und Leid.
Nimmt dich ganz sanft
in seine unentrinnbaren Arme.
Entführt die Liebste dem Geliebten
in sein unenträtselt Reich.
Wo du vielleicht in ungeahnten
Welten wandelst.
Auf ferner Insel
einer Traumgeliebten lächelst.
Beim stillen Mahle
mit geliebten Toten weilst.
Oder aus langem, dumpfem Nichtsein,
beschenkt mit neuen Kräften,
in den Tag erwachst.


Das Gedicht "Schlaf" stammt von   (1894 - 1931).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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