Müd irren wir durch die Stadt in Nacht.

Frierend, weh aneinander geschmiegt

In der Laternen traurigem Gestirn.

Immer schrillt aus der Pinte Musik Verzweiflung,

Dass unser Blut zu weinen anfängt

Und die Seelen erzittern.

 

Weiber kauern darum, gespenstisch, verschminkt,

Blöde Kerle, frech grinsend in ihre Gesichter,

Die gleich welkenden Blumen

Über den Tischen hangen.

 

Wird sich kein Gott heut der Armen erbarmen?

Wird kein Heiland seine sanften Hände

Um ihre Schartenwangen legen?

Wird nicht ein lichter Engel

Tröstend in ihre Träume schweben?

 

Nachtsturm peitscht Fetzen um unsere Traumgesichter.

Wir rollen tiefer hinab,

In den purpurnen Abgrund unserer Liebe.


Das Gedicht "De Profundis" stammt von   (1894 - 1931).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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