Ich liebe die hektischen, schlanken

Narzissen mit blutrothem Mund;

Ich liebe die Qualengedanken,

Die Herzen zerstochen und wund;

 

Ich liebe die Fahlen und Bleichen,

Die Frauen mit müdem Gesicht,

Aus welchen in flammenden Zeichen,

Verzehrende Sinnenglut spricht;

 

Ich liebe die schillernden Schlangen,

So schmiegsam und biegsam und kühl:

Ich liebe die klagenden, bangen,

Die Lieder von Todesgefühl;

 

Ich liebe die herzlosen, grünen

Smaragde vor jedem Gestein;

Ich liebe die gelblichen Dünen

Im bläulichen Mondenschein;

 

Ich liebe die glutendurchtränkten,

Die Düfte, berauschend und schwer;

Die Wolken, die blitzedurchsengten,

Das graue wuthschäumende Meer;

 

Ich liebe, was niemand erlesen,

Was keinem zu lieben gelang:

Mein eigenes, urinnerstes Wesen

Und alles, was seltsam und krank.


Das Gedicht "Was ich liebe" stammt von   (1870 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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