Diese Wangen, diese bräunlich bleichen,

Dieses dunkle, leichtgewellte Haar;

Diese Lippen, diese tollkirschgleichen;

Dieser Augen rabendunkles Paar;

Diese Brauen, dicht und schwer gezogen;

Dieser Wimpern nachtgefärbter Samt;

Dieser Leib, so müd zurückgebogen;

Diese Hände, weich und glutdurchflammt! -

 

Aus dem Herzen hast Du mir getrieben,

Was es gut und stark und groß gemacht,

Tot ist alles, nur ein krankes Lieben

Zittert fäulnisfahl durch meine Nacht.

Nun, so laß das irre Haupt mich pressen

Tief ins duftdurchtränkte, weiche Haar,

Wahnwitz oder Liebe - nur vergessen,

Was ich bin und was ich war.


Das Gedicht "Nur Vergessen" stammt von   (1870 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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