Kleine, mit den großen Nixenaugen,
Mit dem bleichen, somnambulen Antlitz,
Mit der schweren, goldnen Flechtenkrone,
Schmiege Deine Wange an die meine,
Sag′ mir noch einmal die trauten Worte:
»Dein für immer, Dein für immer!«
Sieh, so seltsam, so erstaunlich dünkt′s mir,
Dass gerade Du, das vielgeliebte,
Wohlgehegte, sorgenlose Schoßkind
Für den unruhvollen, rätselhaften,
Hirngepeitschten Schwärmer Liebe fühlst.
Presse Deinen Mund, den kleinen, heißen,
Innig an mein Ohr, und leise, leise,
Dass es niemand hört auf dieser Erde,
Auf der kühlen, spöttisch klugen Erde,
Sag′ mir noch einmal die trauten Worte:
»Dein für immer, Dein für immer!«
Das Gedicht "Kleine, mit den großen Nixenaugen" stammt von Felix Dörmann (1870 - 1928).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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