Ich habe zerwühlt und zerbissen

Mein Kissen

In ächzenden Qualen der Nacht,

Am Tage dann Witze gerissen,

Das Gewissen

Betäubt und die Schmerzen verlacht.

 

Ich träumte von Lilienstirnen,

Von dunkler Augen Gewalt,

Und umgab mich mit Bestiengehirnen

Und umkrampfte der wüstesten Dirnen

Lusttolle Gestalt.

 

Ich schien ein Apostel des Lebens

In der Fäulnis betörendem Schein

Und spottete jeglichen Strebens,

Weil ich selber gerungen vergebens,

Um "Etwas" zu sein.

 

Ich sprach von Göttergenüssen,

Von Küssen,

Von schwellender Glieder Pracht,

Von Freude und Glücklichsein-müssen,

Zerrissen

Von ächzenden Qualen der Nacht.


Das Gedicht "Bekenntnis" stammt von   (1870 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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