Vor fünfzig Jahren ward das Band gebunden,
Das als ein goldenes wir grüßen heut′.
Was war das Gold, das, dankbar tief empfunden,
So lang′ hat reichen Segen ausgestreut?
Erst war′s das Gold der Hoffnung, der viel schönen:
Im Blüthenschimmer sah das Par die Welt:
Doch jede Hoffnung kann der Kranz nicht krönen,
Und die Enttäuschung ist dem Wunsch gesellt.
Doch wann die Hoffnung abgestreift die Blüthe,
Dann reift die Frucht, die ihre Zukunft war:
Es ist das lautre Gold der Herzensgüte,
Und echtes Gold wird nur im Feuer klar.
Was echt ist, blüht, wie schlimm das Schicksal dräue:
Das Irrlicht nur, kein Stern verliert den Glanz:
Euch barg das echte Lautergold der Treue
Vor fünfzig Jahren schon der Myrthenkranz.
Das Gedicht "Zur goldenen Hochzeit" stammt von Felix Dahn (1834 - 1912).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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