Warum so bleich und blass,
Geliebtes Angesicht?
Warum von Tränen nass,
O du mein Augenlicht?
Manch Leid will ich bestehn,
Und ich verzage nicht —
Dich aber weinen sehn,
Ach, ich ertrag’ es nicht.
Gedichte
Ernst von Wildenbruch
Warum so bleich und blass,
Geliebtes Angesicht?
Warum von Tränen nass,
O du mein Augenlicht?
Manch Leid will ich bestehn,
Und ich verzage nicht —
Dich aber weinen sehn,
Ach, ich ertrag’ es nicht.
Das Gedicht "Tränen im Auge" stammt von Ernst von Wildenbruch (1845 - 1909).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.