Es geht der Mond zu Neige,
Es bleicht sein milder Schein,
Er winkt und flüstert leise!
„Bald werd’ ich nicht mehr sein.

Sieh mir darum ins Antlitz
Heut noch recht inniglich,
Ob wir uns wiedersehen,
Das weißt nicht Du noch ich."

Des Menschen Glück und Freude
Geht her, geht hin geschwind,
Und was die Menschen lieben,
Verweht ein leichter Wind.

Wenn Du vom Freunde scheidest,
Schau tief ihm ins Gesicht.
„Ich seh’ ihn morgen wieder,"
Ach denke, denk’ es nicht.

Denn zwischen heut und morgen
Kommt noch die lange Nacht,
Die aller Deiner Freude
Gar leicht ein Ende macht.

Des Menschen Glück und Liebe
Geht her, geht hin geschwind,
Der Mensch ist wie die Blume,
Und ihn verweht ein Wind.


Das Gedicht "Abnehmender Mond" stammt von   (1845 - 1909).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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