So sind wir deinen Wundern nachgegangen

wie Kinder die vom Sonnenleuchten trunken

ein Lächeln um den Mund voll süßem Bangen

und ganz im Strudel goldnen Lichts versunken

aus dämmergrauen Abendtoren liefen.

Fern ist im Rauch die große Stadt ertrunken

 

kühl schauernd steigt die Nacht aus braunen Tiefen.

Nun legen zitternd sie die heißen Wangen

an feuchte Blätter, die von Dunkel triefen

 

und ihre Hände tasten voll Verlangen

auf zu dem letzten Sommertagsgefunkel

das hinter roten Wäldern hingegangen -

 

ihr leises Weinen schwimmt und stirbt im Dunkel.


Das Gedicht "An die Schönheit" stammt von   (1883 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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