Die vielen kleinen Gassen, die die langgestreckte Hauptstraße überqueren,

Laufen alle ins Grüne. Überall fängt Land an.

Überall strömt Himmel ein und Geruch von Bäumen und der starke Duft der Äcker.

Überall erlischt die Stadt in einer feuchten Herrlichkeit von Wiesen,

Und durch den grauen Ausschnitt niedrer Dächer schwankt

Gebirge, über das die Reben klettern, die mit hellen Stützen in die Sonne leuchten.

Darüber aber schließt sich Kiefernwald: der stößt

Wie eine breite dunkle Mauer an die rote Fröhlichkeit der Sandsteinkirche.

Am Abend, wenn die Fabriken schließen, ist die große Straße mit Menschengefüllt.

Sie gehen langsam oder bleiben mitten auf der Gasse stehn.

Sie sind geschwärzt von Arbeit und Maschinenruß. Aber ihre Augen tragen

Noch Scholle, zähe Kraft des Bodens und das feierliche Licht der Felder.


Das Gedicht "Kleine Stadt" stammt von   (1883 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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