Ich weiß von allem Leid, fühl alle Scham

und möchte helfen aller Kreatur.

Der Liebe such ich aus dem Haß die Spur,

dem Menschenglück den Weg aus Not und Gram.

Den Trostbedürftigen geb ich Wort und Rat,

den Haltbedürftigen reich ich meine Hand.

Doch keiner war noch, der mein Wort verstand,

und keiner, der die Hand ergriffen hat.

Ich weiß vom Leide nur, fühl nur die Scham -

und kann doch selber nicht Erlöser sein,

wie jener Jesus, der die ganze Pein

der Welt auf seine schwachen Schultern nahm.


Das Gedicht "Ich weiß von allem Leid..." stammt von (* 1878-04-06, † 1934-07-10).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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