Lieder sing ich, seit ich denke,

weil mein Herz empfindsam ist

und den Spender der Geschenke

im Genießen nicht vergißt.

Doch sie haben mich vergessen,

denen ich mein Lied beschert.

Niemand lebt auf Erden, dessen

Seele meines Sangs noch wert.

Heldentaten zu vollbringen

ist kein Lob in dieser Zeit:

Disziplin heißt sie vollbringen,

Angst gebiert die Tapferkeit.

Liebe, die das Herz beseligt,

zupft an keiner Leier mehr.

Haß ersetzt sie. Haß befehligt.

Haß ist Heil und Pflicht und Wehr.

Niemals kehrt die Freude wieder

und das Licht, das uns umgab.

Still versinken auch die Lieder

in der Menschheit Massengrab.


Das Gedicht "Elegie im Kriege" stammt von (* 1878-04-06, † 1934-07-10).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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