Herbstlich sonnige Tage,

mir beschieden zur Lust,

euch mit leiserem Schlage

grüßt die atmende Brust.

 

O wie waltet die Stunde

nun in seliger Ruh′!

Jede schmerzende Wunde

schließet leise sich zu.

 

Nur zu rasten, zu lieben,

still an sich selber zu baun,

fühlt sich die Seele getrieben

und mit Liebe zu schaun.

 

Jedem leisen Verfärben

lausch ich mit stillem Bemühn,

jedem Wachsen und Sterben,

jedem Welken und Blühn.

 

Was da webet im Ringe,

was da blüht auf der Flur,

Sinnbild ewiger Dinge

ist′s dem Schauenden nur.

 

Jede sprossende Pflanze,

die mit Düften sich füllt,

trägt im Kelche das ganze

Weltgeheimnis verhüllt.


Das Gedicht "Herbstlich sonnige Tage" stammt von   (1815 - 1884).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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