Ich bin ein altes Krokodil

Und sah schon die Osirisfeier;

Bei Tage sonn ich mich im Nil,

Bei Nacht am Strande leg ich Eier.

 

Ich weiß mit listgem Wehgekreisch

Mir stets die Mahlzeit zu erwürken;

Gewöhnlich freß ich Mohrenfleisch

Und sonntags manchmal einen Türken.

 

Und wenn im gelben Mondlicht rings

Der Strand liegt und die Felsenbrüche,

Tanz ich vor einer alten Sphinx,

Und lausch auf ihrer Weisheit Sprüche.

 

Die Klauen in den Sand gepflanzt,

Tiefsinnig spricht sie: Tochter Thebens,

Friß nur was du verdauen kannst!

Das ist das Rätsel deines Lebens.


Das Gedicht "Krokodilromanze" stammt von   (1815 - 1884).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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