Es ist so süß zu scherzen

Mit Liedern und mit Herzen

Und mit den ernsten Streit!

Erglänzt des Mondes Schimmer,

Da treibt′s mich fort vom Zimmer,

Durch Platz und Gassen weit;

Da bin zur Lieb′ ich immer

Wie zum Gefecht bereit.

 

Die Schönen von Sevilla

Mit Fächern und Mantilla

Blicken den Strom entlang;

Sie lauschen mit Gefallen,

Wenn meine Lieder schallen

Zum Mandolinenklang.

Und dunkle Rosen fallen

Mir vom Balkon zum Dank.

 

Ich trage, wenn ich singe,

Die Zither und die Klinge

Vom Toledan′schen Stahl.

Ich sing an manchem Gitter

Und höhne manchen Ritter

Mit keckem Lied zumal,

Den Damen gilt die Zither,

Die Klinge dem Rival.

 

Auf denn zum Abenteuer,

Schon losch der Sonne Feuer

Jenseits der Berge aus.

Der Mondnacht Dämmrungsstunden,

Sie bringen Liebeskunden,

Sie bringen blut′gen Strauß,

Und Blumen oder Wunden

Trag morgen ich nach Haus.


Das Gedicht "Der Hidalgo" stammt von   (1815 - 1884).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte