Warum bin ich ein Mädchen?

Wär′ ich ein kühner Knab′,

Ich hätte längst ergriffen

Den muntern Wanderstab.

Land ein Land aus durchwallte

Ich keck die weite Welt,

Besucht′ uralte Städte

Und des Nomaden Zelt.

Gebirge, Wüsten, Meere

Und Wasserfäll′ und Seen,

Und Feuerberg′ und Inseln,

Nichts würde mir entgehn.

Ich ginge, Nil und Ganges,

Längs eurer Ströme Lauf,

Trotz Wald, Sand, Sumpf und Gletschern,

Zu euerm Quell hinauf;

Erstieg′ trotz seiner Mütze

Der Kapstadt Tafelberg;

Säh′ Nachts an Grönlands Küste

Des Poles Feuerwerk.


Das Gedicht "Warum bin ich ein Mädchen?" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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