Seid mir gegrüßt, ihr Wolken!

Allwissende, denn Töchter

Seid ihr des Meers, und wisset

Was alles seine Tiefen

Geheimnißvoll verhüllen;

Und kaum geboren, steiget

Ihr in das Reich der Lüfte,

Und schauet auf den Menschen,

Den die Natur an′s Erdreich

Gefesselt hält, hernieder

Aus schwindelhafter Höhe.

Wie euch beliebet, wallet

Nach Osten und nach Westen,

Nach Süden oder Norden

Ihr auf windschnellen Flügeln,

Und sehet Berg′ und Thäler

Und Wälder und Gefilde,

Unabsehbare Seee,

Der Ströme Quell′ und Mündung

Mit einem einz′gen Blicke,

Und seht auf Städt′ und ihre

Unruhigen Bewohner,

Ameisenhaufen ähnlich,

Mitleidiglächelnd nieder.

Selbst tragt in euerm Schooße

Ihr Sturm, Gewitter, Regen.

Hier schnellt ihr Schlangenblitze,

Gefolgt von lauten Donnern;

Da schüttelt ihr die Wipfel

Erhabner Eichenwälder;

Dort strömt wohlthät′gen Regen

Ihr auf die dürren Felder.

Ihr spielet mit der Sonne,

Dem Monde und den Sternen,

Bald sie in voller Klarheit

Uns Sterblichen hienieden

Darstellend, bald in zarte,

Oft auch in dichte Schleier,

Wie′s euch gefällt, sie hüllend.


Das Gedicht "Die Wolken" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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