Den blauen Aether decket

Ein grauer Wolkenhimmel,

Und leichenbleiche Dünste

Ziehn, alle Augenblicke

In andere Gestalten

Sich launenhaft verwandelnd,

In mehr als einer Reihe

Auf höhrer Winde Flügeln

(Denn Ruhe herrscht auf Erden)

Vom Süden nach dem Norden.

In lauten Schaaren ziehen

Die wetterkund′gen Schwalben,

Die wolkenfrohen Lerchen,

Selbst ihr, o Nachtigallen,

In Eile nach dem Süden,

Dem Sommer nach, wie Diener

Dem reisenden Gebieter.

Das Wandern dieser Wolken

Vom Süden nach dem Norden,

Das Wandern dieser Vögel

Vom Norden nach dem Süden,

Sie künden uns den Herbst an.

Vorüber, ach! vorüber

Sind deine heitern Tage

Und tagehellen Nächte,

O freudenvoller Sommer!

Bald wird des Herbstes Odem

Die letzten Blumen tödten,

Mit grimmem Arme schüttelt

Das Laub er von den Bäumen,

Das Laub er von den Büschen!

Schon decken keine Heerden

Die Fluren mehr! Ihr traurig

Gebrüll ertönt aus düstern

Und kerkergleichen Ställen

Der Arme sieht mit Grauen

Den nicht mehr fernen Winter

Mit seinen Frösten nahen!


Das Gedicht "Der Herbst" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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