Das schönste Lied verdanke
Ich oft der Gunst des Glücks:
Schnell naht′s wie ein Gedanke,
Ein Kind des Augenblicks.
Es blitzt durch das Gehirne,
Und steht vollendet da,
Wie Pallas man Zevs Stirne
Geharnscht entsteigen sah.
Ein Taucher schießt vom Strande
Hinab zum Meeresgrund,
Hascht eine Schaal′ im Sande,
Taucht auf und zeigt den Fund.
Die Menge Volkes sitzet
Auf des Gestades Moos, -
Die schönste Perl′ entblitzet
Der Muschel offnem Schooß.
Das Gedicht "Das schönste Lied verdanke..." stammt von Elisabeth Kulmann (1808 - 1825).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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