Gib auf, o Arzt, dein Streben!

(Ich sag′ es ohne Harm)

Nicht retten wirst mein Leben

Du aus des Todes Arm.

Was hold im Lenze blühte,

Fällt vor dem Herbst oft ab:

Denn ihre Zeit hat Blüthe,

Und seine Zeit das Grab.

So lang Kraft in mir webet,

Gleich′ ich der Nachtigall,

Die Wald und Flur belebet,

Und weckt den Wiederhall.

Soll feige nun ich klagen,

Daß mich, zu früh vielleicht,

In meinen schönsten Tagen,

Des Todes Pfeil erreicht?

Wir kennen ja den Schützen,

Gegossen ganz aus Stahl;

Nichts wird vor ihm uns schützen,

Fiel auf uns seine Wahl.

Drum laß, o Arzt, dein Streben!

(Du siehst mich ohne Harm)

Nicht retten wirst mein Leben

Du aus des Wüthrichs Arm.


Das Gedicht "An meinen Arzt" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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