Reife Goldorangen fallen sahn wir heute, Myrte blühte,

Eidechs glitt entlang der Mauer, die von Sonne glühte.

 

Uns zu Häupten neben einem morschen Laube flog ein Falter -

Keine herbe Grenze scheidet Jugend hier und Alter.

 

Eh das welke Blatt verweht ist, wird die Knospe neu geboren -

Eine liebliche Verwirrung, schwebt der Zug der Horen.

 

Sprich, was träumen deine Blicke? Fehlt ein Winter dir, ein bleicher?

Teures Weib, du bist um einen lichten Frühling reicher!

 

Liebst du doch die langen Sonnen und die Kraft und Glut der Farben!

Und du sehnst dich nach der Heimat, wo sie längst erstarben?

 

Horch! durch paradieseswarme Lüfte tönen Weihnachtsglocken!

Sprich, was träumen deine Blicke? Von den weißen Flocken?


Das Gedicht "Weihnacht in Ajaccio" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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