Am Horizonte glomm des Abends Feuer

Ich stieg, indes die Purpurglut verblich,

Zum Römerturm empor und lehnte mich

Randüber auf das dunkelnde Gemäuer -

 

Und sah, wie sich am Hange, scheu und scheuer,

Die Beerenleserin vorüberschlich.

Das arme Weibchen drückt und duckte sich

Und schlug ein Kreuz: ihr war es nicht geheuer.

 

Mich flog ein Lächeln an. Im Eppich neben

Der Brüstung flüsterts: "Freund, in deinem Leben

Ist auch ein Ort, wo die Gespenster schweben!

 

Führt dich Erinnrung dem zerstörten Ort

Vorbei, du huschest noch geschwinder fort

Als das von Graun gepackte Weibchen dort."


Das Gedicht "Gespenster" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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