Am Horizonte glomm des Abends Feuer
Ich stieg, indes die Purpurglut verblich,
Zum Römerturm empor und lehnte mich
Randüber auf das dunkelnde Gemäuer -
Und sah, wie sich am Hange, scheu und scheuer,
Die Beerenleserin vorüberschlich.
Das arme Weibchen drückt und duckte sich
Und schlug ein Kreuz: ihr war es nicht geheuer.
Mich flog ein Lächeln an. Im Eppich neben
Der Brüstung flüsterts: "Freund, in deinem Leben
Ist auch ein Ort, wo die Gespenster schweben!
Führt dich Erinnrung dem zerstörten Ort
Vorbei, du huschest noch geschwinder fort
Als das von Graun gepackte Weibchen dort."
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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