Kaum hörst du auf, so fang ich an,

Dich erst recht zu vermissen,

Ich habe ein Gelübd getan,

Kein andres Weib zu küssen

 

Gewaltig, regt es sich in mir,

Zu leben und zu lieben,

O süße Frau wär ich bei dir,

Ich wollt dich nicht betrüben.

 

Du letzter Preis von Lieb und Lust,

Wie konnte ich dich quälen,

Ach hätt ich jemals was gewußt,

Wie könnt ich dann erzählen.

 

Die Lippe schließt der Liebe Kuß,

Ich hab ihn nie empfangen,

Es rühmt sich nur der Überdruß,

Es seufzt nur das Verlangen.

 

Kaum hörst du auf, so fang ich an

Versäumnis muß ich büßen,

O wandelte die Lust mich an

Ein andres Weib zu küssen.

 

Mein Kuß ist jung, mein Kuß ist alt,

Ich küß mit weisen Listen,

Es würde Liebe und Gewalt

Die Untreu dir nicht fristen

 

So lebe wohl, verzeihe dir!

Die keusche Bahn zu wandten,

Ich lebe wohl, verzeihe mir,

Im Traum Dich zu -

mißhandlen.


Das Gedicht "Kaum hörst du auf, so fang ich an..." stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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