Die Welt war mir zuwider

Die Berge lagen auf mir

Der Himmel war mir zu nieder

Ich sehnte mich nach dir, nach dir,

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Ich trieb wohl durch die Gassen

Zwei lange Jahre mich

An den Ecken mußt ich passen

Und harren nur auf dich, auf dich.

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Und alle Liebeswunden

Die brachen auf in mir

Als ich dich endlich gefunden

Ich lebt und starb in dir, in dir!

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Ich hab vor deiner Türe

Die hellgestirnte Nacht,

Daß dich mein Lieben rühre

Oft liebeskrank durchwacht.

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Ich ging nicht zu dem Feste

Trank nicht den edlen Wein

Ertrug den Spott der Gäste

Um nur bei dir zu sein.

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Bin zitternd zu dir gekommen

Als wärst du ein Jungfräulein,

Hab dich in Arm genommen

Als wärst du mein allein, allein.

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Wie schlecht du sonst gewesen

Vergaß ich liebend in mir

Und all dein elendes Wesen

Vergab ich herzlich dir ach dir,

O lieb Mädel, wie schlecht bist du!

 

Als du mir nackt gegeben

Zur Nacht den kühlen Trank

Vergiftetest du mein Leben,

Da war meine Seele so krank so krank

O lieb Mädel, wie schlecht bist du!

 

Bergab bin ich gegangen

Mit dir zu jeder Stund,

Hab fest an dir gehangen

Und ging mit dir zu Grund.

O lieb Mädel, wie schlecht bist du!

 

Es hat sich an der Wunde

Die Schlange fest gesaugt

Hat mit dem giftgen Munde

Den Tod in mich gehaucht.

O lieb Mädel, wie schlecht bist du!

 

Und ach in all den Peinen

War ich nur gut und treu

Daß ich mich nannt den Deinen

Ich nimmermehr bereu, bereu

O lieb Mädel wie schlecht bist du!


Das Gedicht "Die Welt war mir zuwider..." stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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