Am Rheine schweb ich her und hin

Und such den Frühling auf

So schwer mein Herz, so leicht mein Sinn

Wer wiegt sie beide auf.

 

Die Berge drängen sich heran,

Und lauschen meinem Sang,

Sirenen schwimmen um den Kahn,

Mir folget Echoklang.

 

O halle nicht, du Widerhall,

O Berge kehrt zurück,

Gefangen liegt so eng und bang

Im Herzen Liebesglück.

 

Sirenen tauchet in die Flut,

Mich fängt nicht Lust nicht Spiel,

Aus Wasserskühle trink ich Glut,

Und ringe froh zum Ziel.

 

O wähnend Lieben, Liebes Wahn,

Allmächtiger Magnet,

Verstoße nicht des Sängers Kahn,

Der stets nach Süden geht.

 

O Liebes Ziel so nah so fern,

Ich hole dich noch ein,

Die Frommen führt der Morgenstern,

Ja all zum Krippelein.

 

Geweihtes Kind erlöse mich,

Gib meine Freude los,

Süß Blümlein ich erkenne dich,

Du blühest mir mein Los,

 

In Frühlingsauen sah mein Traum

Dich Glockenblümlein stehn,

Vom blauen Kelch zum goldnen Saum,

Hab ich zu viel gesehn,

 

Du blauer Liebeskelch in dich

Sank all mein Frühling hin,

Vergifte mich, umdüfte mich,

Weil ich dein eigen bin.

 

Und schließest du den Kelch mir zu

Wie Blumen abends tun,

So lasse mich die letzte Ruh

Zu deinen Füßen ruhn.


Das Gedicht "Am Rheine schweb ich her und hin..." stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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