Halte dein Herz, o Wanderer, fest in gewaltigen Haenden!

Mir entstuerzte vor Lust zitternd das meinige fast.

Rastlos donnernde Massen auf donnernde Massen geworfen,

Ohr und Auge wohin retten sie sich im Tumult?

Wahrlich, den eigenen Wutschrei hoerete nicht der Gigant hier,

Laeg er, vom Himmel gestuerzt, unten am Felsen gekruemmt!

Rosse der Goetter, im Schwung, eins ueber dem Ruecken des andern,

Stuermen herunter und streun silberne Maehnen umher;

Herrliche Leiber, unzaehlbare, folgen sich, nimmer dieselben,

Ewig dieselbigen - wer wartet das Ende wohl aus?

Angst umzieht dir den Busen mit eins, und, _wie_ du es denkest,

Ueber das Haupt stuerzt dir krachend das Himmelsgewoelb!


Das Gedicht "Am Rheinfall" stammt von   (1804 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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