Ihr Mädchen, flieht Damöten ja!

Als ich zum erstenmal ihn sah,

Da fühlt′ ich, so was fühlt′ ich nie,

Mir ward, mir ward, ich weiß nicht wie,

Ich seufze, zitterte, und schien mich doch zu freu′n;

Glaubt mir, er muß ein Zaub′rer sein.

 

Sah ich ihn an, so ward mir heiß,

Bald ward ich rot, bald ward ich weiß,

Zuletzt nahm er mich bei der Hand;

Wer sagt mir, was ich da empfand?

Ich sah, ich hörte nichts, sprach nichts als ja und nein;

Glaubt mir, er muß ein Zaub′rer sein.

 

Er führte mich in dies Gesträuch,

Ich wollt′ ihm flieh′n und folgt′ ihm gleich;

Er setzte sich, ich setzte mich;

Er sprach, nur Sylben stammelt′ ich;

Die Augen starrten ihm, die meinen wurden klein;

Glaubt mir, er muß ein Zaub′rer sein.

 

Entbrannt drückt′ er mich an sein Herz,

Was fühlt′ ich Welch ein süßer Schmerz!

Ich schluchzt′, ich atmete sehr schwer,

Da kam zum Glück die Mutter her;

Was würd′, o Götter, sonst nach so viel Zauberei′n,

Aus mir zuletzt geworden sein!


Das Gedicht "Der Zauberer" stammt von   (1726 - 1804).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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