Die alte buhlende Finette
Fragt einst, ich war allein mit ihr;
Ob ich ihr nichts zu sagen hätte?
»Ich? Nichts - - als - - Sie gefallen mir.«
Sie seufzt und sinkt aufs Ruhebette;
Im Ernst, seufzt sie, sie glauben das?
Ich Thor! daß ich so albern redte!
Versteht die Närrin keinen Spas?
Allein aus dichtbewachsnen Hecken
Guckt lauschend Doris, ruft mich an,
Und eilt, sich wieder zu verstecken,
Doch so, daß man sie finden kann.
Ich greife nach dem losen Kinde,
Und zieh sie kämpfend in das Gras;
Sie schreyt, ob ich nicht Spas verstünde?
Doch da versteh ich keinen Spas.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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