Sobald Damotäs Chloen sieht,
So sucht er mit beredten Blicken
Ihr seine Klagen auszudrücken,
Und ihre Wange glüht.
Sie scheinet seine stillen Klagen
Mehr als zur Hälfte zu verstehn;
Und er ist jung, und sie ist schön:
Ich will nichts weiter sagen.

Vermisst er Chloen auf der Flur
Betrübt wird er von dannen scheiden,
Dann aber hüpft er voller Freuden,
Entdeckt er Chloen nur.
Er küsst ihr unter tausend Fragen
Die Hand, und Chloe lässt’s geschehn;
Und er ist jung, und sie ist schön:
Ich will nichts weiter sagen.

Sie hat an Blumen ihre Lust;
Er stillet täglich ihr Verlangen;
Sie klopft ihn schmeichelnd auf die Wangen.
Und steckt sie vor die Brust.
Der Busen bläht sich, sie zu tragen,
Er triumphiert, sie hier zu sehn;
Und er ist jung, und sie ist schön:
Ich will nichts weiter sagen.

Wenn sie ein kühler heitrer Bach,
Beschützt von Büschen, eingeladen,
In seinen Wellen sich zu baden:
So schleicht er listig nach.
In diesen schwülen Sommertagen
Hat er oftmals zugesehn;
Und er ist jung, und sie ist schön:
Ich will nichts weiter sagen.


Das Gedicht "Die Verschweigung" stammt von   (1726 - 1804).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte