Der lichte Himmel schwärzet sich:

Ein jäher Sturm braust in den Zweigen,

Und überall herrscht fürchterlich

Ein ehrerbiethig Schweigen.

Der kleinen Sänger tonreich Chor

Vergißt sein Lied, und lauscht in Sträuchen,

Und nur die Schwalbe schießt hervor,

Und schwebet auf den Teichen.

 

Komm Chloe, eilends folge mir:

Doch sieh, wie sich die Rosen bücken,

Vom Sturm bedroht flehn sie zu dir;

Du sollst sie liebreich pflücken.

Sie zittern vor den nahen Tod.

O sieh, wie schön sie sich entfärben!

Viel lieber wünscht ihr schamhaft Roth

An deiner Brust zu sterben.

 

Wir sind entflohn, was fürchten wir

In dieser dicht verwachsnen Laube:

Welch Glück! es wartet unser hier

Der Saft der Moslertraube.

Verwegner Nord! tob immerhin,

Und nimm, willst du ja hier noch wehen;

Nimm meiner Chloe Palatin!

Nur laß die Gläser stehen.


Das Gedicht "Der Sturm" stammt von   (1726 - 1804).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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