Hier nimm die sanfte Leier wieder,
O Muse, die du mir geliehn;
Nun sing ich weiter keine Lieder,
Die von der Jugend Freuden glühn.
Verzeih, wenn ich zu schwach gespielet;
Die Liebe fordert unser Herz;
Das wenigste hab ich gefühlet;
Das meiste sang ich bloß aus Scherz.
Von Waffen und vom Haß umgeben,
Sang ich von Zärtlichkeit und Ruh;
Ich sang vom süßen Saft der Reben,
Und Wasser trank ich oft dazu.
Kömmt einst der goldne Friede wieder,
Fühl ich einst gar der Liebe Glück,
Vielleicht wag ich dann schönre Lieder:
Dann, Muse, gib sie mir zurück.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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