Auf den Gipfeln erhabener Berge
Dünken die Sorgen der Erde mir Zwerge,
Wenn sie im Thale als Riesen mir drohn.
Dort erheben die ernsten Gedanken
Sich über des Schicksals drückende Schranken,
Muthig dem Dunstkreis der Tiefe entflohn.
O Ihr geliebten, Ihr herrlichen Höhen,
Werd′ ich im Schmerz des Verlangens vergehen,
Ehe mein Auge Euch wieder begrüsst? -
Wenn ich auf öder und formloser Haide
Einsam die Qualen der Sehnsucht erleide,
Wird es mir nimmer durch Hoffnung versüsst?
Möchte auf Bergen, näher den Sternen,
Näher des Mondes ewigen Fernen,
Nahe dem prächtigen Himmelsgezelt,
Einst mir erscheinen die lächelnde Hore,
Die mir eröffnet die goldenen Thore
Einer zweiten, besseren Welt.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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