Einem Schmetterlinge gleicht die Liebe;

Wie er flatternd über Blumen schwebt,

So entflieht sie oft auf leichten Schwingen,

Und nur selten kehrt sie uns zurück.

 

Um gewaltsam ihre Flucht zu hemmen,

Strebt das kranke Herz mit leisem Weh;

Möcht′ ihr gern die raschen Flügel binden,

Gern sie bannen in der Treue Kreis.

 

Aber wie des Schmetterlinges Farben

Selbst in zarten Händen untergehn,

So vernichten Fesseln auch die Reize,

Die der Liebe freie Regung schmücken.

 

Darum öffne ihrem kurzen Glücke

Willig und geniessend Geist und Herz;

Aber will es wankelmüthig weichen

Trauere dann - doch halt es nicht zurück!


Das Gedicht "Glück der Liebe" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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