Der Mensch hat, dass sein Lösegeld er zahl′,

Zwei tiefe, reiche Felder Tuffsteinlandes,

Er muss sie mit dem Eisen des Verstandes

Aufwühlen und bebau′n gar viele Mal.

 

Damit er nur der kleinsten Rose Spriessen,

Nur weniger Halme Blühn und Wachsen schau,

Muss er mit seiner Stirne salzigem Tau,

Muss er mit Schweiss und Tränen sie begiessen.

 

Ein Feld heisst Liebe, und das andere Kunst.

Und wenn einst, Bösen schreckensvoll und Frommen,

Die Stunde des Gerichts herabgekommen,

Muss er, zu ringen um des Richters Gunst,

Ihm seine erntevollen Scheunen zeigen,

Mit Frucht und Korn und Blumen so gefüllt,

Dass sich, von Duft und Farbenrausch umhüllt,

Die Engel alle huldvoll zu ihm neigen.


Das Gedicht "Das Lösegeld" stammt von   (1821 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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