Der Hass ist bleicher Danaiden Fass;

Umsonst mag Rache mit den rauhen Händen

Ins weite Dunkel ohne Unterlass

Aus grossen Eimern Blut und Tränen senden,

 

Geheim durchbohrt ein Dämon das Gelass,

Und Schweiss und Blut von tausend Jahren schwänden,

Selbst wenn die Opfer, neubelebt vom Hass,

Aufs neue bluten müssten und verenden.

 

Dem Trinker gleicht der Hass, dem in Spelunken

Mit jedem Schluck der wildre Durst erwacht

Und sich der Hydra gleich verhundertfacht.

 

Doch weiss der Trinker, wenn er hingesunken,

Wer ihn besiegt; des Hasses Straf und Bann,

Dass er nicht unterm Tische schlafen kann.


Das Gedicht "Das Fass des Hasses" stammt von   (1821 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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