Wen lieben Sie am meisten, rätselhafter Mann, sagen Sie? Ihren Vater, Ihre Mutter, Ihre Schwester oder Ihren Bruder?
Ich habe keinen Vater, Mutter, Schwester oder Bruder.
Ihre Freunde?
Sie verwenden ein Wort, dessen Bedeutung mir bis jetzt unbekannt geblieben ist.
Ihr Land?
Ich weiß nicht, unter welchem Breitengrad es sich befindet.
Schönheit?
Ich würde sie lieben, Göttin und unsterblich.
Gold?
Ich hasse es, wie Sie Gott hassen.
Was liebst du, du außergewöhnlicher Fremder?
Ich liebe die Wolken… die Wolken, die vorbeiziehen… da drüben… da drüben… die wunderbaren Wolken!
Das Gedicht "Der Fremde" stammt von Charles Baudelaire (1821 - 1867).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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