Du hast die Muse so beim Haar ergriffen.

So herrisch sie besiegt voll schöner Lässigkeit,

Dass du ein Held erschienst, ein Bravo, der im Streit

Sein Lieb erdolcht, die Waffe blankgeschliffen.

 

Dein Blick war feurig und voll junger Kraft,

Und Kühnheit zeigtest du und Stolz und Stärke

Im künstlerischen Wunderbau der Werke,

Aus denen atmet künftige Meisterschaft.

 

Uns Dichtern starrt das Blut im Glück, im Leid.

War′s Zufall, dass man des Kentauren Kleid,

Das Blut und Mark gerinnen liess in Qualen,

 

Im scharfen Gift getränkt zu dreien Malen,

Das aus rachsüchtiger Schlangen Geifer rinnt,

Die Herakles im Spiel erwürgt als Kind?


Das Gedicht "An Theodor von Banville" stammt von   (1821 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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