Die Stunde ist′s, da ihre Kelche breiten

Die Blumen und wie Weihrauchschalen stehn,

Klänge und Düfte sich im Winde drehn,

Schwermütiger Walzer, zärtlich sanftes Gleiten.

Die Blumen still wie Weihrauchschalen stehn,

Die Geige bebt, ein Herz klagt aus den Saiten,

Schwermütiger Walzer, zärtlich sanftes Gleiten,

Ein grosses Grab der Himmel, ernst und schön.

Die Geige bebt, ein Herz klagt aus den Saiten,

Ein Herz das flieht vor Nacht und Untergehn.

Ein grosses Grab der Himmel, ernst und schön

Und blutigrot der Sonne still Entgleiten.

Ein Herz das flieht vor Nacht und Untergehn

Zum letzten Strahl erloschner Herrlichkeiten,

Und blutigrot der Sonne still Entgleiten,

In heiligem Glanz seh′ ich dein Bild erstehn.


Das Gedicht "Abendklänge" stammt von   (1821 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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