Schon angelangt ist meines Lebens Fahrt
im schlechten Schiff durch Stürme übers Meer
am Hafen aller, wo die Wiederkehr
nicht Einem harte Rechenschaft erspart.

Da seh ich nun die Phantasie, die oft
als Abgott thronte durch der Künste Gnaden,
wie falsch sie war, von Irrtum überladen,
und was ein jeder, sich zum Nachteil, hofft.

Verliebtes Denken, einstens froh und leer,
was ist mirs jetzt vor zweien Toden wert?
Des einen bin ich sicher, einer droht.

Malen und Bilden stillt jetzt längst nicht mehr
die Seele, jener Liebe zugekehrt,
die offen uns am Kreuz die Arme bot.

Alternativer Titel: An Giorgio Vasari / Sonett CXLVII

Übersetzung von Rainer Maria Rilke.


Das Gedicht "Schon angelangt ist meines Lebens Fahrt" stammt von   (1475 - 1564).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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