zu seinem achtzigsten Geburtstage, 1865.

 

Des innern Frühlings zaubervolle Blüthe,

Der Frost des Alters macht sie nicht erbleichen!

Deß bist du selbst ein hochbegnadigt Zeichen,

Du Greis an Jahren, Jüngling im Gemüthe!

 

Als die Natur dich schuf, in ihrer Güte

Ausstattend dich mit Gaben sonder Gleichen,

Da mochte bange Sorge sie beschleichen,

Wie sie ihr herrliches Gebild behüte.

 

Und also sprach sie, zu der Zeit gekehrt:

Nicht rühre an dieß Haupt mit deinen Schwingen,

Laß mir mein edles Kunstwerk unversehrt!

 

Wie hier der Gaben Fülle zu durchdringen,

Daß eine stets der andern Glanz vermehrt,

Es wird mir nicht zum zweitenmal gelingen.


Das Gedicht "An Heinrich Anschütz" stammt von   (1814 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte der Autorin:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte