Im Bett der Rose lag er eingeschlossen,

Im Wechselschimmer ihrer zarten Seiten,

Die taugebrochnen Strahlen schmeichelnd gleiten

Hinein zu ihm, von Geisterhauch umflossen.

 

Mich dünkt, in Schlummer waren hingegossen

Die reinen Glieder, durch des Dufts Verbreiten

Und durch der Biene Summen, die zuzeiten

Vorüberstreift an zitternden Geschossen.

 

Doch da beginnt mit einemmal zu schwellen

Der Blume Kelch! Ins Freie nun gehoben,

Erkenn ich ihn im Tagesglanz, dem hellen.

 

Es ist mein Auge vor ihm zugesunken,

Der mich so seltsam mit dem Blick umwoben,

In seinem Lichte lieg ich traume-trunken.


Das Gedicht "Eros" stammt von   (1785 - 1859).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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