Strandidyll

 

Allnächtlich bläst ein Hirt im Ort

Als trieb er die Kühe zur Weide fort;

Doch keiner hat ihn je gesehn,

Man hört den Klang im Winde verwehn, in Meereslüften.

Doch in den Ställen hie und da

Brüllt Stier und Kuh, so fern wie nah,

Die Pferde wiehern, als fühlten sie Drang

Zu folgen dem lockenden Weideklang des Wunderhorns.

 

Man sagt, daß es des Meeresmanns sei,

Der rufe für sich die Herde herbei. –

Man hörte vor Jahren den gleichen Klang,

Eh Büsums Kühe das Meer verschlang,das ungestüme.

 

Es sprang am Morgen hoch herauf,

Und umrann sie in wildem Wellenlauf;

Der Hirt, er konnte sich retten kaum,

Und was er erzählte, erschien ein Traum vom Mann im Meere.

 

Drum meidet ihr Hirten all den Strand,

Treibt weiter hinein ins grüne Land,

Am Bache hinauf zum lustigen Wald,

Wo das wirre Meeresgeräusch verhallt, wo die Vögel singen.


Das Gedicht "Das nächtliche Hornblasen" stammt von   (1799 - 1853).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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