Der Jäger trifft nicht Hirsch, nicht Reh,

Verdrießlich geht er am Mummelsee. –

»Was sitzet am Ufer? – ein Waldmännlein.

Mit Golde spielt es im Abendschein!« –

 

Der Jäger legt an: »du Waldmännlein

Bist heute mein Hirsch, dein Gold ist mein!«

 

Das Männlein aber taucht unter gut, –

Der Schuß geht über die Mummelflut!

 

»»Ho, ho, du toller Jägersmann,

Schieß du auf – was man treffen kann!

 

Geschenkt hätt ich dir all das Gold,

Du aber hasts mit Gewalt gewollt!

 

Drum troll dich mit lediger Tasche nach Haus,

Ihr Hirschlein tanzet, sein Pulver ist aus!««

 

Da springen ihm Häselein über das Bein,

Und lachend umflattern ihn Lachtäubelein.

 

Und Elstern stibitzen ihm Brot aus dem Sack

Mit Schabernack, husch, und mit Gick und Gack,

 

Und flattern zur Liebsten, und singen ums Haus:

»Leer kommt er, leer kommt er, sein Pulver ist aus.«


Das Gedicht "Der Jäger am Mummelsee" stammt von   (1799 - 1853).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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