In welken Kronen
wiegt sich … der Herbst.
Purpurne Blätter schweben,
schwanken … schaukeln,
trägkreiseln,
fallen.
Nebel webt schon,
Krähen krächzen.
Stare sammeln sich
… Drosseln … ziehen
… Wildgänse wandern.
Noch einmal,
kühlblass, müde
scheint die … Sonne.
Am stillen See,
auf der kleinen Brücke,
über das alte, krumme, morschmoosige Balkengeländer gelehnt,
unter den dunklen,
riesigen, schlangenbunt sich verästelnden Platanen,
versunken,
einsam … lange,
stehe ich,
starre … und … träume
in ein
gespiegeltes, seltsam fantastisches,
wie unirdisches,
märchenhaftes, zauberhaftes
Paradies!
Das Gedicht "In welken Kronen" stammt von Arno Holz (1863 - 1929).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte