Zwischen

Gräben und grauen Hecken,

den Rockkragen hoch,

beide Hände in den Taschen,

schlendere ich

durch den frühen

Märzmorgen.

 

Falbes Gras,

blinkende Lachen und schwarzes Brachland,

so weit ich sehen kann.

 

Dazwischen,

mitten in den weißen Horizont hinein,

wie erstarrt,

eine Weidenreihe.

 

Ich bleibe stehen.

 

Nirgends ein Laut. Noch nirgends Leben.

Nur die Luft und die Landschaft.

 

Und sonnenlos

wie den Himmel

fühle ich

mein Herz.

 

Plötzlich - ein Klang!

 

Ein zager, zarter zitternder Jubel,

der,

langsam,

immer höher

steigt!

 

Ich suche in den Wolken.

 

Über mir,

wirbelnd, schwindend, flatterdrehig, flügelselig, kaum entdeckbar,

pünktchenschwarz,

schmetternd,

durch

immer heller strömendes Licht,

die

erste Lerche!


Das Gedicht "Erste Lerche" stammt von   (1863 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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